Blogparade: Würdest Du für Webinhalte Geld bezahlen?

Robert Weller hat zur Blogparade aufgerufen. Das Thema ist ein hochaktuelles und brisantes und aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mitzumachen und meine Gedanken dazu niederzuschreiben.

Das Thema ist ja schnell erklärt: Würde ich für journalistischen Inhalt im Web bezahlen? Was ist mir ein guter Artikel wert? Und wie sieht das dann im Breiteneinsatz aus?

1. Wie viel würdest du für einen Blogbeitrag ausgeben?

Hier liegt schon die erste Krux. Was ist denn ein Blogbeitrag überhaupt wert? Geht es beim Bloggen überhaupt um Geld? Als ich mit meinem Blog begann, habe ich nicht im Entferntesten daran gedacht, damit Geld verdienen zu wollen. Viel mehr geht es mir doch darum, Leser zu gewinnen, diesen mit meinen Beiträgen zu helfen oder mit diesen über interessante Themen zu diskutieren. Geld ist meiner Meinung nach nicht einmal zweitrangig. Klar, wenn man hauptberuflich bloggt, ist das anders – aber ich denke, viele machen dies der Leidenschaft wegen neben dem Beruf.

Aber zurück zur Frage. Wenn es nun darauf ankommt, was ist mir ein guter Blogbeitrag wert? Vorweg: Ich kaufe bei iTunes, ich werde auch monatlich einen Beitrag leisten, damit in Zukunft meine iCloud einen Haufen Gigabyte Speicher hat – ich sehe mich nicht als einer der Internetnutzer, die alles gratis haben wollen. Ich denke, das ist mit dem heutigen Internet auch nicht mehr zu vereinbaren. Das Internet ist ja auch nichts anderes, als die Welt da draußen in einer digitalen Form – um es etwas ketzerisch auszudrücken.  Und genau deswegen verstehe ich auch diese Diskussion. Gehe ich an den Kiosk und kaufe ein Magazin, zahle ich dafür auch meine 4 Euro. Dies ist ja nichts anderes als ein Blog in gedruckter Form. Oder ein Buch für 15 Euro – nichts anderes als ein Blog in gedruckter Form. Wieso sollte man dann nicht auch im Internet dafür bezahlen?

Ich denke, wenn man dies dann herunter rechnet – ein Blogbeitrag von 1-2 DinA4 Seiten sollte nicht mehr als ein paar Cent kosten. In der Masse wird sich dies dann rechnen, wenn man eine große Leserschaft hat. Für die kleinen Blogger geht es ohnehin nicht um’s Geld. Und die Hemmschwelle, der Leser, Geld zahlen zu müssen, ist dann mit Sicherheit nicht so hoch. Aber nochmal – dieses Modell wäre keines, was ich bevorzugen würde.

2. Für welche Art von Inhalten würdest du bezahlen? (News, Evergreens, Tutorials, egal, Hauptsache hochwertig)

Wieder eine schwierige Frage. Für News zu zahlen halte ich für wenig sinnvoll, denn diese findet man wirklich überall verbreitet im Internet. Anders sehe ich das bei Tutorials oder tollen Übersichtsartikeln – bei Artikeln, die ich einfach mehrmals verwenden kann, die mir helfen, von denen ich etwas lernen kann. Und ganz klar: diese sollten eben auch hochwertig sein und keine zusammen kopierte Linkliste.

3. Welche Bezahlform würdest du wählen? Einmalig pro Inhalt oder als Abo für eine gesamte Webseite?

Ich bin ganz klar Befürworter der Abo-Version einer Webseite. Einmalig pro Beitrag zu zahlen sehe ich a) als zu aufwändig an und b) würde ich selbst womöglich dies nicht machen. Was ich aber noch viel besser fände als eine Abo-Version für eine Webseite: Eine Plattform, eine Art iTunes für Blogs, bei der ich Beiträge kaufen kann. Oder noch viel besser: eine Art Spotify für Blogs. Ich zahle einen monatlichen Beitrag von ein paar Euro und kann dann alle Blogs lesen, die bei der Plattform mitmachen, ohne weiteres Geld zu zahlen. Die Blogs erhalten dann ihre Bezahlung von der Plattform anteilig der Leser der einzelnen Beiträge. So könnte man natürlich alle WordPress-Blogs in eine solche Plattform zusammenpacken. Dies wäre für den Nutzer sehr unkompliziert und kleinere Blogs könnten eventuell durch Charts, etc. noch besser gefunden werden!

4. Würdest du auf freiwilliger Basis für Inhalte bezahlen (spenden), quasi wie ein „Like“ oder „Tweet“?

Auf freiwilliger Basis mit Geld bezahlen ist meiner Meinung nach ein schwieriges Modell. Ich denke nicht, dass sich das durchsetzen würde. Aber ich sehe das anders, wenn es um Likes oder Tweets geht. Ich persönlich twittere einen tollen Blogbeitrag immer. Ich finde, das hat der Autor verdient und die Leute, die mir auf Twitter folgen, sollen diesen Beitrag ebenfalls gesehen haben, da ich denke, dass er für viele einen Mehrwert bietet. Dieses Teilen ist dann eben meine Bezahlung für den Beitrag. Und ich finde das viel wichtiger als Geld. Denn der ROI beim Bloggen ist doch nicht, möglichst viel Geld zu machen. Der ROI beim Bloggen besteht darin, gelesen zu werden, eine möglichst große Leserschaft zu gewinnen und mit dieser über das Thema zu diskutieren. Dieser ROI kann dann erreicht werden, wenn mit dem Beitrag interagiert wird. Durch eben Likes und Tweets. Interaktionen statt Geld lautet die Devise hier! Davon bin ich felsenfest überzeugt und so handle ich auch!

5. Wann würdest du nicht bezahlen?

Ich würde nicht bezahlen, wenn der Beitrag nicht das bietet, was er verspricht, bzw. was ich erwarte – oder wenn er einfach nicht gut ist. Wenn ein Beitrag nicht gut ist oder keinen Mehrwert bietet oder einfach eine Kopie von einem anderen ist, dann teile ich diesen auch nicht auf Twitter.

6. Steht die Bezahlung von (Blog)Inhalten deiner Meinung nach grundsätzlich im Gegensatz zur Philosophie?

Grundsätzlich: Ja! Man bloggt doch der Leidenschaft zum Thema willen und nicht des Geldes willen. Klar, Berufs-Blogger müssen ihre Brötchen verdienen, da ist das etwas anderes. Aber wenn ich mich und viele tausende andere anschaue, dann geht es doch in erster Linie um das Bloggen an sich und darum, mit Menschen in Verbindung zu treten, die die gleiche Leidenschaft haben und die ähnliche Themen interessieren. Aus diesem Grund halte ich auch daran fest: Bezahlt einen Blogger mit Interaktionen und er ist glücklich. Teilt die Beiträge, so dass die Leute Blogs lesen. Und vielleicht gibt es ja dann irgendwann so eine Plattform, die Blogs schön auflistet, mein iTunes oder Spotify für Blogs. So dass eben auch kleine Blogs bekannt werden können – einfach durch gute Inhalte. Mal abwarten, was die Zukunft bring.

Und um das Ganze noch einmal mit einer persönlichen Note abzuschließen: Mir geht es nicht um’s Geld, mir geht es um die Sache an sich. Wenn ihr meinen Blog lest und teilt, macht ihr mich glücklich, und nicht, wenn ihr mir 5 Cent in’s Sparschwein werft! 😉

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