Instagram für Unternehmen – mittlerweile unverzichtbar?

Instagram – wenn ich gerade die Jugend zwischen 11 und 20 Jahren frage, in welchem sozialen Netzwerk sie denn aktiv sind, so ist dies meist die 2. Antwort direkt nach Facebook. Und ich denke das zieht sich durch alle Regionen und Länder. Das Foto-Netzwerk ist in Deutschland mittlerweile genauso populär wie in den Staaten. Und so stellt sich natürlich die Frage: Was mache ich als Unternehmen? Reichen Facebook, Twitter und Xing noch? Oder bietet mir Instagram eine weitere Chance, insbesondere die Jugend zu erreichen?

Zunächst sollte man aber die Eckdaten des Netzwerks klären. Um was geht es denn dabei eigentlich?

  • Nutzer laden Fotos in Quadrat-Form hoch und können diese mit einem Retro-Filter unterlegen – die Bilder sollen an die Polaroid-Kameras von früher erinnern.
  • Seit einiger Zeit ist es zudem möglich, kurze Videos in eben dieser quadratischen Form hochzuladen.
  • Nutzer können zudem Direktnachrichten untereinander verschicken.
  • Keine Unterscheidung zwischen Firmen- und Privatprofilen.
  • Interaktionsmöglichkeiten: Like oder Comment, bislang keine Shares möglich.
  • Tagging im Foto.
  • Hashtags haben eine besondere Wichtigkeit bei der Suchfunktion.
  • @Mentions wie bei Twitter.
  • Fotokarte durch Geotagging.
  • Fotos können direkt auch auf Facebook, Twitter, Tumblr, Flickr und Foursquare geteilt werden.
  • Fotos hochladen nur per Smartphone möglich, Fotostream aber auch im Browser einsehbar.
  • Kein Newsfeed-Algorithmus wie auf Facebook.
  • Wurde von Facebook für 1 Milliarde Dollar gekauft.

So viel zu den Eckdaten. Es wird also klar, dass es sich um ein visuelles Netzwerk handelt; je ansprechender die Fotos sind, desto mehr Likes können generiert werden. Unternehmensthemen müssen also durch tolle und markante Bilder sowie eine eigene Bildsprache vermittelt werden. Bilder (und auch die Videos) können stark emotionalisieren und sind dadurch hervorragend dazu geeignet, Menschen zu erreichen und auf Themen aufmerksam zu machen. Die Videos können insbesondere für kurze Tutorials verwendet werden (kurz, da sie ja zeitlich auf 15 Sekunden beschränkt sind).

Auf folgende Grundsätze sollte man achten:

  • Klar auf Themen fokussieren und eine einheitliche Bilderwelt und eigene Bildsprache aufbauen.
  • Die passenden Hashtags gezielt und konsequent einsetzen!
  • Bilder nicht nur im Netzwerk nutzen, sondern auch in andere Netzwerke oder den Blog einbinden.
  • Im Netzwerk engagieren! Auch Beiträge anderer Nutzer liken, nach den eigenen Hashtags suchen und Beitrage änderer Nutzer mit den Hashtags kommentieren und liken.
  • Kommentare moderieren, Fragen beantworten.

Die Schwierigkeit für viele Unternehmen

Viele Unternehmen sind in ihrer Kommunikation sehr text-fokussiert. Die Schwierigkeit besteht für diese darin, sich auf optisches Storytelling und Branding einzulassen. Aber eigentlich verfügen die meisten Unternehmen in der Praxis bereits über die notwendige Strategie und über eine umfangreiche Bilderwelt. Es gilt also lediglich, sich einen Fahrplan für das Netzwerk zurechtzulegen und diesen konsequent zu verfolgen. Denn klar ist, dass sich ein Erfolg nicht schon nach wenigen Wochen einstellen wird; es ist ein langsamer Prozess.

Das Riesen-Potenzial des Netzwerks

Klar ist: Instagram hat ein riesiges Potenzial. Das belegen alleine folgende Zahlen: 200 Millionen Nutzer, 20 Milliarden geteilte Fotos, 1,6 Milliarden Likes täglich, durchschnittlich 60 Millionen Fotos pro Tag (Stand März 2014). Zudem ist die Interaktionsrate auf Instagram noch höher als auf Facebook, wie Futurebiz vor einiger Zeit in einem Artikel deutlich machte.

Beispiel: Folgendes Bild auf Instagram von H&M erzielte auf Facebook knappe 2.500 Likes. Auf Instagram glatt das 10-fache!

Adidas erzielt beispielsweise im März eine Engagement Rate von über 12 % – bei Facebook liegt diese für gewöhnlich im niedrigen einstelligen Bereich. Klar, die Kleiderindustrie hat durch ihre visuellen Produkte einen Vorteil und erreicht so oftmals Followerzahlen im Millionenbereich, wie bspw. Victoria’s Secret (>4 Mio.) und Nike (> 3 Mio.). Aber auch Starbuck’s führt einen sehr erfolgreichen Instagram Account mit über 2 Mio. Anhängern.

Weitere interessante Zahlen findet ihr in diesem Artikel bei Socialbakers.

Tolle Beispiele, wie man es richtig macht:

  1. Nike: Mit dem Hashtag #runfree fordert Nike seine Follower  heraus, außergewöhnliche Strecken zu laufen und Bilder dieser Momente mit der Nike-Community zu teilen.
    http://instagram.com/p/YBxGnjAUUU/
  2. Starbucks: Starbucks stellt nicht nur Tassen mit dem eigenen Logo an ungewöhnlichen Plätzen ab, nein, es geht allgemein rund um den Kaffee. So wurden zum Muttertag bspw. Bilder von Kinden mit selbstkreierten Tassen für ihre Mütter gepostet.
    http://instagram.com/p/ZOEBvzxcxo/
  3. Forever21: Der Hasthag #weekendwear liefert stets Tipps für die Follower der Modemarke, was man am Wochenende tolles anziehen könnte.
    http://instagram.com/p/bMPehSKFEA/
  4. Intel mit einem tollen Ideencontest und dazu passendem Introduction-Video.
    http://instagram.com/p/n_ord-QQAW

Zudem liefert der offizielle Instagram-Blog jede Woche ein Weekend-Hashtag-Projekt und listet die besten Bilder dazu in einem Blogbeitrag auf. Des Weiteren werden Nutzer vorgestellt, die besonders schöne oder außergewöhnliche Foto-Sets haben.

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