Alles zu Facebook’s Mega-Deal mit Whatsapp – und warum der Messenger jeden Cent wert ist!

Facebook kauft Whatsapp – und seit knapp 2 Tagen wird über nichts anderes mehr geredet. Der Netzwerk-Gigant hat nach Instagram nun den zweiten Mega-Deal unter Dach und Fach gebracht und bringt seine Mobile-First-Strategie weiter voran.

Viele Nutzer von Whatsapp wissen nun nicht, was sie tun sollen. Wird Whatsapp so bleiben oder sich komplett zu Facebook hin verändern? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Was machen meine Freunde, wegen denen ich eigentlich Whatsapp nutze? Und und und… ich möchte mit diesem Artikel abhilfe schaffen und alles, was es zu wissen und zu sagen gibt, zusammenfassen.

Die Gründe für diesen Kauf

Es gibt etliche Gründe für den Kauf von Whatsapp zu einem Preis von 16 Milliarden Dollar (oft auch mit 19 Milliarden betitelt). Schon alleine die 450 Millionen Nutzer sind Gold wert. Dazu zahlt ein Großteil der Nutzer (Android vor allem) jährlich einen knappen Euro, damit er den Messenger nutzen darf – rechnen wir mal mit 300 Millionen, sind das jedes Jahr schon 300 Millionen, die man kriegt, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Zudem ist Whatsapp in den „Emerging Markets“ einer der Vorreiter. So ist WhatsApp der meistgenutzte Messenger in Indien, Brasilien, Mexiko und mehreren afrikanischen Märkten wie Kenia oder Nigeria, wo Facebook noch nicht so weit verbreitet ist.

Zuckerberg:

Our goal for Facebook over the next few years is to deliver a selection of mobile products. WhatsApp fits this vision perfectly. It’s the only widely used app we’ve ever seen that has more engagement and a higher percentage of people using it daily than Facebook itself

Zudem kommt in den Medien immer wieder zum tragen, dass Facebook doch die Teenager abwandern. Zu Whatsapp & Co. Aber vor allem zu Whatsapp. Was macht man dann? Man kauft einfach Whatsapp und hat die Teenager wieder bei sich, so einfach ist das.

Facebook erhält so natürlich auch alle Daten, keine Frage, dies ist nicht unbedingt perfekt für die Nutzer. Denn in Whatsapp erzählt man viel mehr, als man es bei Facebook schreiben würde, viel intimere Dinge. An die kommt Facebook nun, kann dadurch eventuell bessere Werbung auf Facebook für die einzelnen Nutzer generieren.

Zudem gab es bereits im letzten Jahr Gerüchte, dass Google Übernahmegespräche führe. Facebook hatte also fast keine andere Wahl, als nun Nägel mit Köpfen zu machen und die 16-19 Milliarden Dollar zu zahlen, bevor Google an Whatsapp kommt.

Und Facebook kriegt natürlich auch die schlauen Köpfe hinter Whatsapp:

Jan and Brian (WhatsApp Co-Founder Brian Acton) are clearly amazingly talented. With 50 people at their company, their product and network has almost half a billion people using it. No one in the history of the world has done anything like that before. It would be pretty stupid for us to interfere in a big way.

Die Vorteile für die Nutzer

Es ändert sich nichts an der Whatsapp-Nutzung. Facebook wird den selben Weg wie bei Instagram gehen: die App wird so erhalten bleiben wie sie ist. Sie wird eben nur mit einer größeren Zahl von Mitarbeitern verwaltet und erweitert. Whatsapp war mit bislang 55 Mitarbeitern nicht in der Lage, oft Updates zu bringen und schon gar keine großen. Viele Dinge vermisst man möglicherweise noch bei Whatsapp: Telefonie über das Internet (siehe Viber oder Line), das Versenden von großen Videos, das Versenden von Bildern aus dem Internet, ein integrierter Browser, etc. Vieles ist möglich, was in der nächsten Zeit noch kommen kann. Durch die Facebook-Übernahme wird das Updaten der App nun öfter geschehen und wird zu einer (noch) besseren User-Freundlichkeit führen.

Jan Koum:

It’s important that the team continues to work at the pace of a startup … making the product better, faster, and more efficient. We care about details … It’s not very sexy — message speed delivery, battery life, bandwidth usage … You will see the product evolve in the next 12 months with new features.

An alle die jetzt Whatsapp den Rücken kehren (wollen)…

Viele sagen, sie wollen jetzt Whatsapp den Rücken kehren. Datenschutzgründe, Angst vor Werbung, etc. Ich muss sagen, dass dies für mich recht unverständlich ist. Wer JETZT aus Datenschutzgründen Whatsapp verlässt, der hat nämlich meines Erachtens den Zug schon lange verpasst. Whatsapp steht schon lange in der Kritik, datenschutzrechtlich und sicherheitstechnisch nicht optimal dazustehen. Keine verschlüsselten Übertragen und ähnliches stehen in der Kritik. Und das schon lange. Wer denkt, durch Facebook wird das nun schlimmer, hat sich geirrt. Denn dies sollte nun besser werden. Lea Weitekamp schreibt dazu:

So wird WhatsApp durch seine Eingliederung in den Großkonzern Facebook sogar transparenter: Denn jetzt muss sich das Startup an die europäischen Datenschutzregelungen halten, an die Facebook schon länger gebunden ist. Das mache den Dienst, der bisher jegliche Transparenz habe vermissen lassen, unter dem Strich sogar nutzerfreundlicher.

Ich bin der Meinung, dass dies gerade alles Kurzschlussreaktionen sind, viele derjenigen, die jetzt beschreien, sie würden Whatsapp sofort verlassen, haben die ganzen Hintergründe des Kaufs und wie es nun weitergehen wird, gar nicht richtig reflektiert.

Der zweite Grund: die Angst vor der Werbung. Klar, Facebook verdient sein Geld durch Werbung. Aber seien wir mal ehrlich, wie sollte man denn Werbung in einem Messenger schalten. Kleine Banner oben und unten? Das ist extrem nervig und das weiß auch Facebook. Sowohl Jan Koum, CEO von Whatsapp, als auch Zuckerberg betonten gestern gegenüber Allfacebook.com, dass Werbung in Messenger-Services nichts bringe und somit bei Whatsapp auch nie in Frage käme.

Jan Koum:

Monetization is not going to be a prioritization for us. We are excited by where we are going to be five to 10 years from now. We are focused on growth. We have the potential to have 5 billion users potentially giving us money through this subscription model.

Mark Zuckerberg:

I don’t personally think ads are the perfect way to monetize messaging services.

Und selbst wenn jetzt der ein oder andere Whatsapp komplett verlässt – es wird sich nichts daran ändern, dass Whatsapp der Platzhirsch vor allem in Deutschland in der Messenger-Sparte bleiben wird. Denn es herrscht hier das ähnliche Phänomen wie bei Facebook vor, eine Art Gruppenzwang. Alle meine Freunde sind dort, also muss ich auch dort sein. Und wenn ich das Netzwerk jetzt verlasse, könnte ich ja was verpassen. Ein Wechsel zu Threema oder Line ist für jeden möglich – aber wenn sich dort dann gerade mal 4 oder 5 Freunde tummeln, was sollte ich denn dann dort? Dieses Phänomen wird mit Sicherheit die meisten davon abhalten, Whatsapp den Rücken zu kehren, die sich gerade so lautstark entrüsten.

Threema hat wohl in den letzten Tagen seine Nutzerzahl verdoppeln können seit der Ankündigung dieses Deals. Aber dies sind alleine Downloadzahlen, wie sich das dann in der täglichen Nutzung auswirken wird ist eine andere Sache.

Hier könnt ihr noch nachlesen, was Mark Zuckerberg zur Übernahme von Whatsapp bei Facebook gepostet hat:

I’m excited to announce that we’ve agreed to acquire WhatsApp and that their entire team will be joining us at Facebook.

Our mission is to make the world more open and connected. We do this by building services that help people share any type of content with any group of people they want. WhatsApp will help us do this by continuing to develop a service that people around the world love to use every day.

WhatsApp is a simple, fast and reliable mobile messaging service that is used by over 450 million people on every major mobile platform. More than 1 million people sign up for WhatsApp every day and it is on its way to connecting one billion people. More and more people rely on WhatsApp to communicate with all of their contacts every day.

WhatsApp will continue to operate independently within Facebook. The product roadmap will remain unchanged and the team is going to stay in Mountain View. Over the next few years, we’re going to work hard to help WhatsApp grow and connect the whole world. We also expect that WhatsApp will add to our efforts forInternet.org, our partnership to make basic internet services affordable for everyone.

WhatsApp will complement our existing chat and messaging services to provide new tools for our community. Facebook Messenger is widely used for chatting with your Facebook friends, and WhatsApp for communicating with all of your contacts and small groups of people. Since WhatsApp and Messenger serve such different and important uses, we will continue investing in both and making them each great products for everyone.

WhatsApp had every option in the world, so I’m thrilled that they chose to work with us. I’m looking forward to what Facebook and WhatsApp can do together, and to developing great new mobile services that give people even more options for connecting.

I’ve also known Jan for a long time, and I know that we both share the vision of making the world more open and connected. I’m particularly happy that Jan has agreed to join the Facebook board and partner with me to shape Facebook’s future as well as WhatsApp’s.

Jan and the WhatsApp team have done some amazing work to connect almost half a billion people. I can’t wait for them to join Facebook and help us connect the rest of the world.

Fazit:

Die Übernahme bringt überwiegend Vorteile für die Whatsapp User. Spannend wird zu beobachten sein, welche Neuerungen Whatsapp erhalten wird in den nächsten Monaten und wie sich das Nutzerverhalten nun einpendelt. Ich denke, dass der enorme Nutzerzulauf bei Threema sich wieder relativieren wird – denn downloaden ist die eine Sache, nutzen die andere. Und Whatsapp wird weiterhin die Nummer 1 der Messenger bleiben, das ist so ziemlich sichere Sache. Punkt.

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