Paper angetestet: Geniales Design und Handling, aber…

Facebook hat am 03.02. Paper in den USA veröffentlicht. Durch einen kleinen Trick, den ich euch weiter unten im Beitrag erläutern werde, konnte ich mir Paper auch hier in Deutschland auf’s iPhone laden und die App testen. In meinem Artikel vor ein paar Tagen bin ich schon ein bisschen auf Paper eingegangen.

paper-facebook-app

Paper: Meine ersten Erfahrungen

Zunächst einmal: Die App sieht toll aus (und ich finde Design bei Apps sehr wichtig!) und lässt sich super steuern. Mit simplen Gesten – rauf und runter, rechts und links, Artikel „aufflippen“ und „zuflippen“ – lässt sich so ziemlich alles Steuern. Toll! Und schon beim ersten Start der App wird die App in Form eines kleinen Videos und durch eine Frauenstimme erklärt – gibt es selten, finde ich aber sehr gelungen gemacht. Auch die Ansicht von Fotos ist toll: Bei breitformatigen Fotos muss man einfach das iPhone seitlich neigen, um das ganze Foto betrachten zu können. Dies kann aber auch ausgestellt werden, so dass die breitformatigen Fotos dann automatisch durch das Bild laufen und man das iPhone nicht mehr seitlich neigen muss.

Kommen wir nun zu dem Können der App, bzw. den Inhalten. Voreingestellt ist der eigene Facebook-Newsfeed, den man hier in der App dann eben auf eine andere Weise betrachten kann. Zudem können von Facebook zusammengestellte Themen „abonniert“ werden, z.B. „Headlines“, „Tech“, „Enterprise“ oder „Score“. Wie kommen die News in die Themen? Ganz einfach: es sind nichts anderes als Facebook-Listen, die man hier abonniert, in denen sich eben verschiedene zum Thema passende Accounts befinden – bei „Headlines“ z.B. verschiedene Tageszeitungen und News-Seiten. Was man dann zu Gesicht bekommt sind also jedes Mal die neuesten Posts dieser Seiten.

Ich kann auch mit 1,2 Klicks mein eigenes Profil ansehen, kann Beiträge in meinen Gruppen ansehen oder andere Seiten und Profile erkunden. Aber all das kann ich nicht auf meine „Startseite“ setzen, dazu muss ich immer etwas mehr Aufwand betreiben (Seite nach unten schieben, Button drücken, gewünschtes Ziel suchen).

Ein tolles Feature ist übrigens die Integration eines „Später-Lesen“-Dienstes wie Pocket oder Instapaper. Sobald ein Link gepostet wird, kann ich diesen an meinen Lieblingsdienst senden und diesen Artikel später in Ruhe nachlesen.

Aktuell sind alle Inhalte natürlich nur auf Englisch verfügbar, da die App ja eben eigentlich erst mal nur in den USA zu haben ist. Was ich auf Deutsch betrachten kann ist dann eben mein eigener Newsfeed.

Zwischenfazit: Tolles Design, geniales Handling, toll aufgebaut, …

facebook_paper

Kritik: … aber die Sache mit den Inhalten…:

…denn ich persönlich habe ein bisschen ein Problem mit den Inhalten, die angeboten werden. Ich würde z.B. gern eine meiner selbst erstellten Interessenlisten auf der Startseite haben. Bis jetzt habe ich noch nicht einmal die Möglichkeit gefunden, diese Liste über Umwege anzuschauen. Denn dann wäre diese Liste perfekt personalisiert, ich könnte für alle Themen, die mich interessieren eigene Listen generieren. Aber geht leider nicht. Dies führt dazu, dass man oftmals doppelt Meldungen liest – einmal im Newsfeed in der Facebook-App und das andere Mal in einer abonnierten Kategorie auf Paper. Auch der in Paper angebotene Facebook-Newsfeed ist eigentlich nur mein Standard-Newsfeed, nichts mehr und nichts weniger – sprich: ich kann hier nicht switchen zu „Enge Freunde“, „Neueste Meldungen“ etc.

Auch wünschenswert: die Möglichkeit, RSS-Feeds zu abonnieren. Oder noch besser: eine Feedly-Integration! Wäre toll, meine abonnierten Feeds einfach in Paper lesen zu können. Denn die App macht vom Design eben echt was her – schlägt meines Erachtens Flipboard um Weiten. Ein Lesegenuss ist auf jeden Fall garantiert.

Aber es ist ja auch erst der Anfang. Wer weiß, was noch alles kommen wird in Paper, eine erste Version kann meines Erachtens nie perfekt sein – etwas fehlt immer.

Mein Fazit:

Paper gehört auf jedes Smartphone! Ganz klare Sache. Schon allein des Designs und der Benutzerführung wegen. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es noch bei den Inhalten. Aber wenn Paper dann mal nach Deutschland kommt, bin ich gespannt, was es dort dann für Themen zu abonnieren gibt, bzw. wie diese dann zusammengesetzt wurden. Wie schon gesagt, es ist erst der Anfang, und für diesen Anfang hat mich Paper überzeugt. Noch werde ich es nicht komplett im Alltag nutzen – dafür fehlt mir noch inhaltlich das gewisse Etwas. Ich lese dann doch lieber meine Feedly-Liste und meinen Facebook-Newsfeed in der nativen Facebook-App. Aber einen Platz auf meinem Homescreen hat die App sich schon gesichert, denn eins ist sicher: dies ist erst der Anfang!

Bewertung:

  • Design: 5,0
  • Handling: 4,8
  • Funktionsumfang: 3,1
  • Funktionsumsetzung: 4,2
  • Einstellungsmöglichkeiten: 2,7
  • Einzigartigkeit: 3,0
  • Alltagstauglichkeit: 4,7

= Gesamtergebnis: 3,9

Paper schon jetzt downloaden: So geht’s!

Ihr wollt Paper schon jetzt auf euer iPhone laden und es ausprobieren bzw. nutzen? Das ist eigentlich schnell gemacht. Ihr müsst euch nur im App Store in euren iTunes-Account einloggen und dort unter „Land/Region“ auf USA umstellen. Dort müsst ihr dann schnell einige Daten eingeben bzw. ändern, z.B. die Telefonnummer muss amerikanisch sein (3 Stellen Vorwahl, 7 Stellen Telefonnummer, kann eine beliebige Zahlenfolge sein). Als Zahlungsinformation könnt ihr auch „None“ klicken, ihr braucht ja kein Geld, da Paper nichts kostet. Viel mehr Schritte sind es dann nicht. Einfach Paper im App Store dann suchen oder in den Charts ganz vorne suchen und downloaden. Dann könnt ihr euer Land wieder auf Deutschland ändern – vergesst nur nicht, auch die Telefonnummer wieder zurück auf eure eigene zu ändern.

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